Laut Duden ist es glasklar. Dort heißt es Sichtbarkeit: [Grad der] Erkennbarkeit; sichtbare, deutliche Beschaffenheit. Bei wiktionary.org schon etwas spezifischer: die Möglichkeit, (optisch) wahrgenommen zu werden und was ich persönlich als eine schöne Beschreibung empfinde: Zeit, in der ein Himmelskörper von einem Standort wahrgenommen werden kann.

Das sind genau die Worte, mit denen auch ich Sichtbarkeit zusammengefasst beschreiben würde. Sichtbar sein bedeutet nicht nur die Fassade zu erfassen, sondern die Möglichkeiten dahinter zu erkennen. Nuancen, Empathie auszustrahlen. Wenn ich sage, ich sehe dich, dann meine ich, ich sehe DICH! Nicht nur deine äußere Erscheinung in Form von Figur, Haarfarbe oder welcher Kleidung du gerne trägst, sondern dich, dein Wesen, dein Charakter, das was dir wichtig ist im Leben, wofür du gehst. Im Grunde das Gegenwort von Sichtbarkeit: das Unsichtbare.

Die Frage ist, wie kannst du das Unsichtbare sichtbar machen, dich in deinem Business zeigen, wie du bist, wer du bist und was du repräsentieren willst?

Indem du dich 24/7 in den sozialen Netzwerken zeigst? Jeden Tag über dich und dein Leben berichtest? Das wäre eine Möglichkeit – aber seien wir mal ehrlich, durchaus etwas anstrengend. Vielleicht fühlst du dich auch nicht stets und ständig danach deinen Gesicht in die Kamera zu halten. Was ist dann? Bist du dann plötzlich wieder unsichtbar?

Als ich Miss Sichtbar gegründet habe, habe ich laaaange über den Namen nachgedacht. Was bedeutet Sichtbarkeit für mich? Werden meine potenziellen Traum-Kundinnen fühlen, was ich meine? Das Titelbild für meine Website zeigt 3 Frauen, mit dem Rücken zum Betrachter. Kein fröhliches Lächeln mit Krönchen auf dem Kopf. Aber einprägsam, aussagekräftig, stolz, feminin und sichtbar. Jedenfalls für mich.

Ich bin der Meinung, dass ich mich nicht ständig zeigen muss. Ich mag das einfach nicht. Und trotzdem bin ich sichtbar. Wie also wirst du sichtbar, wirst wahrgenommen und bleibst in Erinnerung, wenn du, wie ich, lieber nur ab und an, fein dosiert dein Köpfchen aus der Höhle strecken möchtest?

1. über deine Einzigartigkeit

Bei deiner Einzigartigkeit geht es um deine Superpower die du im Herzen trägst. Die Energie, die du ausstrahlst.

Was macht dich aus und fällt dir leicht? Womit kommen Freunde und Bekannte zu dir und fragen dich um Rat?

  • Kannst du Menschen schnell spüren und ihren Kern erfassen?
  • Kannst du Selbstzweifel bei anderen Menschen in Umsetzung purer Lebensfreude verwandeln?
  • Oder sprechen dir Freunde einen 7. Sinn zu? Spürst du Energien und Zusammenhänge und sprichst sie aus, obwohl es niemand anderes tut?

Schließe deine Augen, lass verschiedene Ereignisse Revue passieren und überlege, was dir leichtfällt und dich ausmacht. Beziehe das in dein Branding mit ein und öffne deine innere Welt. Lass deine KundInnen wissen, was sie bei einer Zusammenarbeit mit dir erwarten können. Deine Einzigartigkeit wird gesehen, von denen die sie sehen sollen.

2. mit deinem Commitment

Entscheide dich. Für dich. Für dein Business, deine Werte und das was dir wichtig ist. Aber entscheide dich dafür. Und wenn du dich entschieden hast, wirst du auf einer bestimmten energetischen Frequenz schwingen, die Menschen, die für dich bestimmt sind, magnetisch in dein Wirkungsfeld holen. Mache Dinge bewusst. Du wirst überrascht sein, was ab diesen Zeitpunkt zu dir kommt und, dass das, was du tust einen tieferen Sinn bekommt. Träume deine Vision nicht nur, sondern beginne sie zu leben. Für was entscheidest du dich heute?

3. über dein Wording

Es ist eine eklatanter Abweichung, ob ich dich mit Sie anspreche oder duzte. Verwende ich ein zackiges Sprachmuster oder eine leichte, verständliche Sprache? Es macht einen gefühlten Unterschied beim Leser. Benutzt du häufig Fachbegriffe, Fremdwörter oder mixt du Denglisch in deine Sätze? Allein damit bestimmst du direkt deine Sichtbarkeit für bestimmten Zielgruppen. Worte werden gehört und Geschriebenes gelesen. Durch dein Wording erlangst du Vertrauen, bekommst rege Zustimmung oder wirst resolut abgelehnt.  

Kommt es durch einen gut durchdachten Text zu einer sinnvollen Diskussion, ist es super und immer gewollt.

Deine Expertise kann so brillant sein, wie sie will, wenn deine Kunden eine andere Sprache sprechen, verstehen sie dich nicht. Sie lesen deine Texte, aber fühlen dich nicht.

Mir geht es manchmal so, dass ich beim Lesen eines Textes das Gefühl habe, der Autor ist mir absolut fern, obwohl ich die Worte vom Intellekt her verstehe und das Thema interessant ist. Das ist wirklich schade. Aber ist dir sicherlich auch schon mal passiert, oder?  Auf der anderen Seite bringt mich das Wording dazu, mich Themen zu nähern, die mich vorher nicht berührt haben.

Worte haben Macht. Sprache ist Verständigung.

4. über dein Netzwerk

Das Universum bringt zusammen, was zusammengehört. Knüpfe Kontakte mit Menschen, die sich mit Themen beschäftigen, die dich interessieren und weiterbringen. Rede über dich und erzähle über dein Business. Oft entstehen durch gemeinsame Interessen großartige Kooperationen.

Wenn andere Leute dich und deine Arbeit wertschätzen, empfehlen sie dich weiter und erzählen von dir. Und was sagen sie? Berichten sie darüber, wie oft du Insta-Stories mit deinem Antlitz verschönert hast und über das Wetter geredet hast oder vermitteln sie wie du bist, was du machst und was sie an dir besonders finden?

5. über dein Branding

Einzigartigkeit, Committment, Wording sind bereits wichtige Bestandteile deines Branding. Dein Branding repräsentiert dich und deine Marke. Es ist das, was im Gedächtnis bleibt, wenn du nicht im Raum bist. Die unsichtbare Sichtbarkeit. Da haben wir sie.

Sichtbar bist du durch die Balance von allem was deine Marke ausmacht:

Auf der einen Seite, das Visuelle, wie beispielsweise:

  • Deine Farben
  • Deine Schriftarten
  • Deine Bilder und Grafiken
  • Du in Person

Das Auditive

  • Dein Claim/Pitch
  • Dein Slogan
  • Deine Musik
  • Dein Wording

Und dem was man nicht auf den ersten Blick wahrnehmen kann

  • Deine Werte
  • Deine Einzigartigkeit und Committment
  • Deinen Charakter/Persönlichkeit
  • Deine Vision und deine Mission

Du siehst, Sichtbarkeit ist tatsächlich der Grad der Erkennbarkeit, wie es der Duden sagt. Es ist das, was du in dir erkennst und anerkennst. Es ist das, was andere an dir wahrnehmen.

Und versteh mich bitte nicht falsch, natürlich kannst du dich so oft persönlich zeigen, wie du dich wohl damit fühlst. Auch 10-mal täglich. Stell aber sicher, dass das, was du von dir gibst relevant ist. Habe eine Ziel, wenn du zum 12-mal täglich eine neue Story postest. Sei relevant für deine KundInnen. Denn für mich ist nichts nerviger als ständig leeres Gelaber, das weder Vertrauen aufbaut noch Content zeigt. Dann bist du zwar immer noch sichtbar, aber ich sehe dich nicht.

Fühlst du dich gesehen?

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Tonia